Hormone sind Botenstoffe, die im Körper für die Verteilung von Informationen, Nachrichten oder Befehlen benötigt werden. Sie werden in verschiedenen Drüsen gebildet und direkt ins Blut ausgeschüttet. Über das Gehirn werden alle Körperinformationen kontrolliert und bei Bedarf die Hormonausschüttung eingeleitet. Die Hormonsteuerung ist ein sehr komplexes und fein abgestimmtes Regelsystem. Es hat Auswirkungen auf unseren gesamten Gesundheitszustand. Hormone beeinflussen unsere Emotionen, lenken das Wachstum und die Körperentwicklung in bestimmten Lebensabschnitten. Mit der Pubertät leiten die Sexualhormone die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane ein und in den Wechseljahren wird mit dem Absinken der Östrogenproduktion die Fortpflanzungsfähigkeit wieder eingestellt.

Schon lange vor der Menopause (letzter Eisprung) variiert bei vielen Frauen die Zykluslänge. Etwa ein bis zwei Jahre vor der Menopause nimmt die Zykluslänge oft erheblich zu und die Zyklen werden unterschiedlich lang. Der Eisprung kann gelegentlich ausfallen, manchmal bleibt die Regel auch einige Monate aus. Mediziner nennen diese erste Phase Prämenopause. Sie kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Angesichts unregelmäßiger Zyklen ist der genaue Zeitpunkt der Menopause erst nach einem Jahr ausbleibender Blutungen sicher.

Die Wechseljahre beginnen eigentlich mit einem Progesterondefizit. Viele Beschwerden sind weniger auf einen Östrogen-, als vielmehr auf einen Progesteronmangel zurückzuführen. Wasserstau, Venenprobleme und Depressionen gehören dazu wobei Hitzewallungen dem Östrogenabfall zugeschrieben werden.

In der Zeit nach der Menopause (Postmenopause) bleibt die hormonelle Stimulation der Eireifung erhalten, die Antwort aus dem Eierstock jedoch erlischt. Die Blutspiegel des im Gehirn hergestellten Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) steigen an, weil das FSH mit aller Kraft versucht, die Östrogenproduktion anzukurbeln. So kommt es, dass der FSH-Spiegel im Verlauf der Wechseljahre bis auf das 13-fache seines ursprünglichen Wertes ansteigt.

Das Ungleichgewicht dieser Hormone im weiblichen Regelkreis ist Ursache vieler Wechselbeschwerden. Nach etwa zehn Jahren ist die Umstellung aber vollzogen, und der Körper hat sich an die neuen hormonellen Verhältnisse gewöhnt.