Wenn die Nächte länger werden und das Jahr sich dem Ende zuneigt, zieht nicht nur die Natur ihre Kräfte zurück. Auch wir können jetzt einen Gang runter schalten, besinnlich werden und das Vergangene verabschieden.

Manchmal mag es schwierig sein, sich von alten Verhaltensmustern oder Beziehungen zu lösen, selbst wenn sie uns nicht mehr gut tun. Doch ständiges Grübeln über eine Situation, die wir nicht ändern können oder Schuldgefühle wegen eines Fehlers, rauben uns unnütz viel Energie. Dann leben wir in der Vergangenheit und sind abhängig von dem Urteil anderer.

Wenn wir etwas loslassen wollen, entscheiden wir uns, unseren Blick weg von der belastenden Situation nach vorne zu richten. Wir können lernen, los zu lassen, indem wir uns klar machen, dass wir nicht von unseren Gefühlen beherrscht werden. Nicht die Gefühle bestimmen unser Denken, sondern unser Denken bestimmt unsere Gefühle. Und der erste Schritt des Loslassens beginnt mit dem Satz: „Ich bin bereit, los zu lassen.“

Das ist ein mutiger Schritt, der manchmal von starken Gefühlen wie Wut oder Trauer begleitet wird. Wenn wir lernen, diese Gefühle bewusst wahr- und anzunehmen, werden sie sich von selber auflösen. Kleine Rituale oder Atemübungen können dann sehr hilfreich sein und das Loslösen unterstützen.

Um sich ganz von Vergangenem zu lösen, ist es wichtig, sich selbst aus der Opferrolle zu befreien und den Blick für mehr Freude und Glück im Leben zu schärfen. Dazu gehört vor allem, sich selber liebevolle Aufmerksamkeit zu schenkt und zu akzeptieren, was sich im Moment nicht ändern lässt.

Unser Leben ist nicht perfekt. Wir sind nicht perfekt.

Loslassen heißt auch, etwas in Dankbarkeit gehen zu lassen. Vieles, was uns jetzt belastend erscheint, haben wir zu einer bestimmten Zeit in unserem Leben gebraucht. Es hat uns vielleicht eine Zeitlang geholfen, doch jetzt ist es zur Belastung geworden und wir können es dankbar verabschieden. Danke sagen hinterlässt ein gutes Gefühl.

Die Natur nimmt es als gegeben an, dass Loslassen dazugehört, um Neues entstehen zu lassen. Genauso dürfen wir es annehmen, dass bestimmte Erfahrungen wichtig für uns sind, um selber zu wachsen und unseren Weg mit Freude weiter zu gehen.

10 Tipps für Veränderungen in der Lebensmitte

  1.  

  2. 1. Raum für Veränderungen schaffen

Sich Zeit nehmen, innehalten, aus dem Alltag aussteigen, auf das schauen, was im Moment ist. Heißen Sie die Veränderungen willkommen.

  1. 2. Bilanz ziehen 

Sie haben viel geleistet und hüten einen reichen Erfahrungsschatz. Fragen Sie sich deshalb:
Was war gut in meinem Leben? Welche Fehler sind mir passiert und was habe ich aus ihnen gelernt? Passen meine Beziehungen noch, meine Arbeit, meine Wohnverhältnisse? Was tut mir gut? Wie bin ich mit mir selbst umgegangen?

 

  1. Entrümpeln 

Aussortieren von Dingen, Beziehungen, Mustern, Gewohnheiten, Glaubenssätze, Einstellungen, die Sie nicht mehr brauchen. Schaffen Sie Platz für Neues indem dem Sie sich folgende Fragen stellen: Welchen unnützen Ballast trage ich mit mir herum? Tut mir das, was ich hier halte, noch gut? Oder fügt es mir Frust, Sorgen, Schaden und Schmerzen zu? Hat es noch einen Sinn zu halten? Liegt es noch in meiner Macht zu halten?

  1. Loslassen und Trauern 

Alles im Leben hat seine Zeit. Loslassen heißt Abschied nehmen und zu betrauern, das bestimmte Rolle, Menschen, Lebensabschnitte nicht mehr sind. Bewusstes Loslassen, Abschied nehmen und Trauern kann Erleichterung bringen und Befreiung, Heilung und Freude ermöglichen.

  1. Verantwortung übernehmen 

Sich selbst und die eigenen Anliegen ernst nehmen. Mit mehr Achtsamkeit für sich selbst sorgen und sein Leben in die Hand nehmen. Bewusste Entscheidungen treffen. Unbequeme Wege gehen. Wo zieht es Sie hin? Erkennen Sie den neuen Lebensabschnitt und würdigen Sie ihn als das, was er ist, mit all den Möglichkeiten, die in ihm liegen.

Es ist Ihr Leben, gestalten Sie es, so gut Sie können.

  1. Kreativität entwickeln
    Wo Leben ist, ist Kreativität.
    Lösen Sie sich von inneren Blockaden und lassen Sie sich inspirieren, um bewusst Neues zu entdecken, Ungewöhnliches oder Verrücktes auszuprobieren, Spontanität zu entwickeln, aus der Routine auszubrechen. Denken Sie daran, wie Sie als kleines Kind die Welt für sich entdeckt haben: Sein Sie offen und neugierig.
  2. Wünsche und Ziele formulieren 

Fragen Sie sich: Was möchte ich erreichen, was ist lebendig in mir? Welche Ziele passen zu mir? Welche Bedürfnisse und Wünsche habe ich noch nicht gelebt? Welche Gewohnheiten möchte ich ändern? Was zählt wirklich für mich? Was inspiriert mich? Wie stelle ich mir mein weiteres Leben vor?

  1. Kompetenzen und Wissen aneignen 

Welche Ressourcen haben Sie? Welches Wissen und Knowhow brauchen Sie für Ihre Ziele? Wo könnten Sie dieses Knowhow erwerben? Welche Informationen fehlen Ihnen noch? Wo können Sie diese finden? Wer kann Sie dabei unterstützen?

  1. Selbstvertrauen und Lebensfreude stärken

Fragen Sie sich: Was gibt mir Kraft, wo fühle ich mich sicher und was kann ich gut? Was sind meine Qualitäten. Wo liegt meine Einzigartigkeit? Wie kann ich mein ganzes Potential entfalten? Was macht mir wirklich Spaß und wo kann ich ganz ich selbst sein? Wo kann ich mich fallen lassen und wer stärkt mich?

  1. Sich Zeit lassen 

Die Seele baumeln lassen und vertrauen! Veränderungen sind Prozesses, die man nicht mit Druck beschleunigen kann.

Die Zeit die wir uns nehmen, ist die Zeit, die wir wirklich brauchen.

Mit anderen Worten: Die Seele braucht Zeit, die Veränderungen zu verkraften und zu verarbeiten. Geben Sie sie ihr.

 

Wenn wir heute von Selbstermächtigung sprechen, handelt es sich nicht etwa um einen Ego-Trip oder um Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber. Selbstermächtigung oder englisch Empowerment ist vor allem die Stärkung der eigenen Potentiale und Möglichkeiten und hat das Ziel, Menschen zu mehr Selbstverantwortung zum Wohle aller zu ermächtigen.

Wir alle sind mit einem enormen Potenzialpaket ausgestatte, doch der Zugang zu diesen Ressourcen bleibt manchmal versperrt. An irgendeinem Punkt in unserm Leben haben wir die Verantwortung abgegeben und lassen uns in immer mehr Bereichen fremdbestimmen. Heute glauben viele, sie sind ohnmächtig und geben die Verantwortung an Politik, Wirtschaft, Gesundheitssystem, Finanzwesen, Arbeitsmarkt, Schulsystem, Modetrends, Medien, usw. ab. Wir lassen andere über unsere Zeit und Energie bestimmen, ja, sogar über unser Selbstwertgefühl und unsere Gesundheit.

Schon als Kind haben wir gelernt, dass wir uns anpassen müssen und dass es Erwachsene gibt, die besser wissen, was gut für uns ist. Sie haben versucht, uns klein zu halten, indem Sie uns gesagt haben, wir seien nicht gut genug, nicht intelligent genug oder nicht schön genug. Die daraus entstandenen Glaubensätze haben sich tief in unser Innerstes gefressen und bestimmen im Wesentlichen unser Handeln.

Wenn wir eine Entscheidung treffen, wessen Wunsch folgen wir dabei? Wirklich unserem eigenen oder dem einer Person oder eines Kollektivs aus unserem Umfeld? Oder übt die Gesellschaft Druck auf uns aus und bestimmt, wie wir als Mädchen oder als Junge zu sein haben, als Frau oder Mann. Welche Rollen spielen wir, und wie oft dreht sich alles darum, die Bedürfnisse und Erwartungen anderer zu erfüllen und nicht unsere eigenen?

Selbstermächtigung heißt, dass wir genauer hinschauen und erkennen, wer eigentlich die Fäden in unserem Leben in der Hand hält – und diese dann in die eigenen Hände nehmen. Damit wir das schaffen, müssen wir wieder lernen, unsere Gefühle wahrzunehmen und ihnen auch zu vertrauen. Erst dann können wir aus dem Schneckenhaus von Resignation und Abhängigkeiten heraustreten und uns für das einsetzten, was uns wirklich wichtig ist.

Empowerment unterstützt uns dabei, die eigenen Interessen wieder selbstbestimmt zu vertreten. Es ist ein Prozess, in dem unsere Fähigkeiten gestärkt und aktiviert werden, um Herausforderungen zu bewältigen. Mit dieser Kraft kann es gelingen, aus einer Position der Ohnmacht zu aktiv han­delnden Akteu­ren zu werden und mehr Autonomie und Lebens­regie zu erreichen.

Durch die Stär­kung unserer Gestaltungskraft, durch Wertschätzung und An­er­kennung ist es möglich, sich seiner Um­welt we­niger ausgesetzt zu fühlen und den Mut für ein offensives Sich-Einmischen zu sammeln. Mit mehr Selbstverantwortung lässt man sich weniger manipulieren und entwickelt neue Strategien, eigene Wege zu gehen. Es ist ein Beitrag, bei dem nicht nur jeder Einzelne sondern auch das Wohl aller gestärkt werden kann.

No blame – Zeit für eine neue Fehlerkultur

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Das vor kurzem erschienene Handbuch „ No blame-Kultur im Magistrat der Stadt Wien“ hat mich dazu angeregt, mir ein paar Gedanken über unseren Umgang mit Fehlern zu machen. In der Broschüre sollen MitarbeiterInnen und Führungskräfte Anregungen zu einer zeitgemäßen Fehlerkultur finden.

Wie schaut es denn in unserer Gesellschaft aus, dass wir es nötig haben, zu lernen wie man mit Fehlern „richtig“ umgeht? Bei genauer Betrachtung wird man schnell feststellen, dass wir es im täglichen Leben eher mit „Vernaderungen“, als mit einer verantwortungsvollen Fehlerkultur zu tun haben.

Schon im frühen Kindesalter lernen wir, Fehler möglichst zu vermeiden. Lieber nichts sagen, als etwas Falsches! Fehler werden
oft negativ bewertet und der „Schuldige“ wird an den Pranger gestellt. Damit ist der Grundstein zur Vermeidung von Fehlern gelegt. Jede/r will perfekt sein und stellt mitunter zu hohe Ansprüche an sich selbst. Das dadurch ein enormer Druck entsteht, der häufig bis zum Burnout führt, liegt auf der Hand.
Doch erscheint ein Fehler nicht nur deshalb falsch, weil er gegen geltende Normen verstößt? Vielleicht zeigt er auch eine neue Herangehensweise auf? Viele große Erfindungen dieser Welt wären nicht zustande gekommen, wenn niemand es gewagt hätte, Fehler zu machen. Je mehr Entscheidungen getroffen werden, das heißt, je öfter man das Risiko eingeht, sich möglicherweise falsch zu entscheiden, desto mehr Erfahrung kann man gewinnen.
Wir alle kennen den Satz: „Aus seinen Fehlern soll man lernen!“ Ja natürlich, aber dazu sollte man auch die Gelegenheit bekommen und nicht schon von Vornherein verurteilt werden. Schließlich können wir das, was wir durch einen Fehler gelernt haben, am effektivsten in unser Leben integrieren.

Niemand würde einem Kleinkind, das gerade Laufen lernt, erklären, das Hinfallen schlecht ist. Ganz im Gegenteil: wir ermuntern es weiter zu machen und es noch einmal zu versuchen. Fördern wir also unsere Kinder bei ihren täglichen Entdeckungsreisen, lassen wir sie ihre eigenen Fehler machen und sie werden lernen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.Oder wie Wilhelm Busch es sagte: „Durch Fehler wird man klug, darum ist einer nicht genug.“

Wir alle haben schon vielfach erlebt, wie sich eine ganz normale Meinungsverschiedenheit unmerklich in einen emotionalen Konflikt verwandelt und wir Dinge sagen, die uns hinterher leidtun. Durch unsere Sprache versuchen wir das auszudrücken, was uns bewegt und was wir erreichen wollen. Doch häufig erreichen wir genau das Gegenteil. Konflikte entstehen, wenn wir aus Angst, Scham oder Schuldgefühlen handeln und nicht mit unseren eigenen Bedürfnissen in Verbindung stehen. Dann neigen wir dazu, uns selbst abzuwerten und andere für unser Befinden verantwortlich zu machen.

Eine beeindruckende Methode aus dieser „Gewalt-Spirale“ herauszukommen, bietet die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) von Marshall B. Rosenberg (Int. Konfliktmediator und Gründer des int. Center for Nonviolent Communication), deren Ziel es ist, Konflikte auf friedliche Weise zu lösen. Grundlage dafür sind die Werte und Bedürfnisse, die alle Menschen gemeinsam haben. Für ein friedliches Miteinander ist es wesentlich, diese zu erkennen und Lösungen zu finden, die auf gegenseitigen Respekt, Rücksichtnahme und Konsens basieren und die die Bedürfnisse aller einbeziehen.

Das Modell der Gewaltfreie Kommunikation bietet dazu 4 konkrete und erlernbare Schritte: Beobachtungen wertfrei mitteilen, Gefühle benennen, Bedürfnisse aussprechen und klare, erfüllbare Bitten formulieren.

Folgt man diesen 4 Schritten, kann man sehr schnell in Verbindung mit seinen eigentlichen Bedürfnissen gelangen und Verantwortung für diese übernehmen. Gewaltfrei zu kommunizieren heißt nicht, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Es ist vielmehr ein Weg, konfliktfähig zu werden, und belastbare Beziehungen aufzubauen, in denen wir einander ehrlich begegnen können. Die GFK unterstützt uns dabei zu sagen, was uns bewegt, ohne zu beschuldigen und zu verurteilen – zu hören, was die andere Person meint, ohne uns rechtfertigen oder verteidigen zu müssen.

Rosenberg selbst bezeichnet die GFK als „language oft the heart“ oder „Giraffensprache“, weil die Giraffe das Landtier mit dem größten Herzen ist.

Was hat Fasten mit Genuss zu tun?
Für die meisten Menschen hierzulande ist es wahrscheinlich unvorstellbar eine Woche lang nichts oder fast nichts zu essen. Wie sollte gerade der Verzicht auf all die guten Sachen ein Genuss sein?

Fasten gehört bei allen Weltreligionen zur Tradition und wird heute immer häufiger auch von „Nichtgläubigen“ praktiziert. Schon im alten Griechenland waren die positive Wirkungen wohl bekannt. Der griechische Arzt und Philosoph Hippokrates (460 v. ‚Ch.) sagte dazu: „Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung … und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.“

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass regelmäßiges Fasten eine lebensverlängerte Wirkung hat. Neben dem klassischen Fasten nach Buchinger gibt es heute zahlreiche Arten wie Themenfasten, Klosterfasten, Basenfasten usw. Dr. Otto Buchinger fand heraus, dass Fasten das Immunsystem stärkt und die Selbstheilkräfte aktiviert. Da auch überschüssiges Fett abgebaut wird, werden die inneren Organe entlastet sowie der Blutdruck, die Verdauung und der Stoffwechsel positiv beeinflusst.

Um den Muskelabbau möglichst gering zu halten, gehören zum Fastenprogramm auch Bewegungs- und Entspannungsübungen. Massagen und Saunabesuche unterstützen zusätzlich das „Entgiften“. Wer fasten will, sollte grundsätzlich gesund und belastbar sein. Und sich vorab bewusst machen, worin die Chancen, aber auch die Grenzen dieser Selbsterfahrung liegen.

Für mich ist Fasten jedoch mehr als nur der Verzicht auf feste Nahrung. Es ist auch oder vor allem eine Unterbrechung von gewohnten Strukturen und bewusster Rückzug vom Konsum. Zur Ruhe kommen. Aussteigen aus dem Alltag und achtsam zu sich und der Umwelt zu sein.

Ich stelle beim Fasten immer wieder fest, wie schnell mein Körper in den „Ruhe-Modus“ umschaltet. Nach ein paar Tagen finde ich meinen ganz persönlichen Rhythmus: alles geht langsamer, Spannungen verschwinden und eine angenehme Leichtigkeit breitet sich aus. Ich fühle mich wieder verbunden mit mir selbst, bin gelassener und offener. Durch die erhöhte Achtsamkeit sind meine Sinne geschärft: Schmecken, riechen, fühlen, hören, sehen. Alles wird zum Genuss. Früher hätte ich mir nicht vorstellen können, dass man sich nach einer Woche ohne Essen kraftvoll und erholt fühlen kann.

Nach dem Fasten ist die Zeit besonders günstig, ausgefahrene Gleise zu verlassen. Man fühlt sich stark und ausgeglichen. Mit dieser Kraft lassen sich gute Vorsätze leichter ins Alltagsleben integrieren und neue Perspektiven finden.

Wohl kaum eine natürliche Veränderung im Leben löst so viele tiefe Ängste und unbewusste Befürchtungen aus wie die Wechseljahre und das Älterwerden in unserer Gesellschaft.

Das Frauen sich derartig vor dem Älterwerden fürchten, liegt mitunter an fehlender Wertschätzung und Anerkennung. Leider ist es immer noch so, dass Frauen die meiste Familien- und Pflegearbeit leisten, im Job schlechter bezahlt werden und ab 50 fast keine Chancen haben, eine angemessene Arbeit zu finden. Und genau diese Umstände führen oft zu körperlichen Symptomen und seelischen Problemen.

Besonders in den Wechseljahren machen sich dann Beschwerden bemerkbar, die bis dahin im Verborgenen lagen. Für viele Frauen beginnt mit dem Wechsel eine Zeit, in der nicht nur die Hormone verrücktspielen. Oft fallen in diesen Lebensabschnitt auch persönliche Umbrüche. Die Kinder gehen aus dem Haus, Beziehungen verändern sich oder die eigenen Eltern werden pflegebedürftig. Häufig fragen sich Frauen dann, was aus ihrem Leben geworden ist, wie viele Wünsche sich nicht erfüllt haben und was sie noch aus ihrem Leben machen wollen.

Doch die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein ganz natürlicher und sinnvoller Anpassungsprozess. Und es hängt weniger von Hormonen als vielmehr von den bisherigen Erfahrungen und inneren Einstellungen ab, wie Frauen diese Umstellung erleben. Wenn der Körper in Wallung kommt und die Nächte unruhig werden, ist meistens mehr als das hormonelle Gleichgewicht durcheinander. Die körperlichen Symptome haben oft auch seelische Ursachen und es kann hilfreich sein, sich ein bisschen mehr Zeit für sich selbst zu nehmen, um sich zu überlegen, was im Leben alles aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Entspannungsübungen und Hormonyoga haben einen guten Einfluss sowohl bei innerer Unruhe, Hitzewallungen oder Schlafstörungen als auch bei seelischen Beschwerden, und das nicht nur in den Wechseljahren. Eine unterstützende Beratung kann Frauen helfen, mit Stimmungsschwankungen besser umzugehen, Ängste zu bewältigen und das Selbstbewusstsein zu stärken. Frauen, die genügend aufgeklärt sind, lassen sich nicht so leicht verunsichern. Eine positiv ausgerichtete Lebensführung, kritische Bewusstseinsarbeit und der Wille zur Veränderung geben neue Impulse, Wissen und Erfahrungen dafür einzusetzen, neue Wege zu gehen und eigene Ideen umzusetzen.

Wenn Sie sich schnell überfordert fühlen oder sich bei zu viel Lärm und großen Menschenmengen häufig zurück ziehen möchten, kann das daran liegen, dass Sie zu den Menschen gehören, die man als „Hochsensible Persönlichkeiten“ bezeichnet.

Die amerikanische Psychologin Dr.phil. Elaine N. Aron fand heraus, warum das so ist und prägte den Begriff HSP (highly sensitiv person). Demnach ist Sensibilität eine Eigenschaft des Nervensystems in der Verarbeitung von Informationen im Körper und Gehirn über die Nervenleitbahnen. Hochsensiblen Menschen nehmen deshalb wesentlich mehr Details aus ihrer Umgebung wahr und verarbeiten ihre Sinneseindrücke komplexer.

Häufig glauben HSP, die um ihre Veranlagung noch nicht wissen, mit ihnen sei etwas nicht in Ordnung, sie seien krank und behandlungsbedürftig. Denn in unserer modernen Gesellschaft, zählten Kraft, Stärke und Schnelligkeit. Nachdenklichkeit, Reflexion und langsameres Handeln sind heutzutage eher ein Zeichen von Schwäche.

Dabei kann Hochsensibilität zu besonderen Begabungen führen. Viele HSP sind außergewöhnlich kreativ; andere sind durch ihr analytisches Denken, ihre Geistesgegenwart und Genauigkeit in ihrem Beruf überaus leistungsfähig. Oft werden sie als gute ZuhörerInnen geschätzt, da sie ein feines Gespür für Stimmungen und subtile Botschaften haben.

Vor allem bei hochsensiblen Kindern ist es wichtig, auf diese Besonderheiten zu achten und sie in ihrem Verhalten zu unterstützen. Von außen betrachtet gelten diese Kinder oft als schüchtern, ängstlich oder introvertiert. Dabei haben sie meist eine reiche Innenwelt, denken gründlich nach und erforschen gern. Sie brauchen einfach nur mehr Zeit für sich, um ihre Eindrücke zu verarbeiten. Lässt man sie in ihrem eigenen Rhythmus das Leben entdecken, werden sie ihre besondere Begabung als persönlichen Reichtum verstehen und können auch andere daran teilhaben lassen.

Viele kennen sicher den Spruch: „Sich die Sorgen von der Seele schreiben“.

Wer es schon einmal ausprobiert hat, wird bald den positiven Effekt bemerkt haben: Sobald man einen Gedanken oder ein Problem niedergeschrieben hat, fühlt man sich erleichtert.

Biografisches Schreiben hilft dabei, sich mit der eigenen Geschichte auseinander zu setzten und sich Stück für Stück von altem Ballast zu trennen. Es dient als Lebenshilfe, um Eindrücke und Erfahrungen des Lebens zu verarbeiten, Gefühle und Befindlichkeiten in Worte zu fassen, Wünsche und Ängste zu erkennen und Erfahrungen neu zu bewerten.

Selbstreflexion und Wertschätzung

Durch Schreiben können wir unser inneres Chaos ordnen, Denk- und Erfahrungsmuster erkennen oder Wege aus schwierigen Situationen finden.Wenn das Leben nicht immer so gelaufen ist, wie man sich das gewünscht hätte, fällt die Wertschätzung und das Annehmen der eigenen Geschichte oft nicht so leicht. Doch im Rückblick kann das Leben an Sinn und Bedeutung gewinnen und somit das Selbstwertgefühl gestärkt werden. Was wir aufgeschrieben haben, können wir betrachten, wir können uns distanzieren, können Stellung dazu nehmen und es auch umgestalten.

Kreativität fördern

Wer schreibt, begibt sich in neue Welten und wird sich vielleicht wundern, wie viel Kreativität in ihm steckt. Sich selbst auszudrücken ist ein menschliches Grundbedürfnis. Es fördert die eigene Intuition und hilft uns dabei, neue Perspektiven zu entwickeln.

Schreib-Gruppen

In angeleiteten Schreibworkshops werden nicht nur Methoden zur Annäherung an die eigenen Biografie vermittelt, sondern auch Möglichkeiten geschaffen, das Erlebte in einer wertschätzenden Gruppe zu reflektieren und anzunehmen.

Der nächste Schreibworkshop beginnt am 16.2. im Seminarzentrum Lyma: www.lyma.at

 

Die Sprache des Körpers verstehen

Haben Sie schon einmal mit Ihrer Leber gesprochen? Oder mit Ihrem Magen? Oder mit Ihrem Herzen?
Wenn unsere Organe sprechen könnten, was würden sie uns sagen? Vielleicht spricht unser Körper ja zu uns, nur verstehen wir ihn nicht. Durch die moderne Medizin, die uns scheinbar immer genau sagen kann, was uns fehlt, haben wir verlernt, die Sprache unseres Körpers zu verstehen.

Im Volksmund gibt es noch Redensarten, die uns auf die Verbindung zwischen psychischen Befinden und körperlichen Symptomen hinweisen. Wenn ein Problem „schwer im Magen liegt“ verspüren wir oft Winterwirklich Bauchschmerzen. „Etwas im Nacken sitzen haben“ kann leicht zu Verspannung führen oder wenn wir sehr mitfühlend sind, sagen wir: „es zerreißt mir das Herz“. Solche Redensarten zeigen uns sehr deutlich, welcher Zusammenhang zwischen dem körperlichen Schmerzen und dem seelischen Konflikten besteht. Wir können sie nutzen, um unsere eigenen Strukturen besser zu verstehen und Konflikte zu lösen.

Die unbewusste Sprache des Körpers macht sich meist als Botschaft in Form von Symptomen oder Schmerzen bemerkbar. Oft erkennen wir erst durch eine Krankheit, dass etwas nicht in Ordnung ist oder dass ein anderer Weg eingeschlagen werden muss. Durch Sprechen mit dem Körper oder den einzelnen Organen steigern wir das Körperbewusstsein und können aus unserem Unterbewusstsein Wege zur Heilung finden. Was will mir das Organ sagen? Welche Verhaltensmuster habe ich entwickelt? Wie gehe ich mit mir selber um? Was muss ich ändern? Wie sieht der Heilungsweg aus?

Spezielle Übungen wie Entspannungstraining, Meditation oder Atemtechniken dienen als Unterstützung, um den Körper wieder zu spüren, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, die Körperbotschaften zu hören und im Hier & Jetzt anzukommen. Spüren braucht Achtsamkeit und Zeit. Wenn man es verlernt hat, fällt Spüren leichter mit Begleitung. Durch regelmäßiges Üben wird es immer leichter auf die Körpersignale zu hören und nach und nach funktioniert es von ganz alleine. Alles was Sie dazu brauchen ist Offenheit und etwas Zeit.